Der Beirat der ADIS vereint fundierte Expertise aus Forschung, Ethik und Ökonomie mit den wertvollen Perspektiven der Zivilgesellschaft und direkt Betroffener. Als unabhängiges Gremium aus Einzelpersonen – die weder dem Vorstand angehören noch zwingend einer Mitgliedorganisation angehören müssen – evaluiert er eingereichte Projekte und Partnerschaften kritisch auf ihre Machbarkeit, Wirksamkeit und ihren Beitrag zur Inklusion. Durch diese fachübergreifende Prüfung formuliert der Beirat fundierte Empfehlungen zuhanden des Vorstands und stellt so sicher, dass die digitale Transformation konsequent inklusiv gestaltet wird.
Beirat
Julian Heeb
Julian Heeb studierte Elektrotechnik an der ETH Zürich und ist seit über 20 Jahren als Software Engineer, Software-Architekt und Projektleiter in der Softwarebranche tätig. Aufgrund einer neuromuskulären Behinderung begleitet ihn das Thema Inklusion bereits sein ganzes Leben.
Als Gründer und Entwicklungsleiter der Zugänglichkeitsplattform Ginto setzt er sich seit vielen Jahren dafür ein, Informationen zur physischen Barrierefreiheit möglichst breit zugänglich zu machen – selbstverständlich auch auf digital barrierefreie Weise.
Als Beirat möchte er seine technische Expertise mit seiner Perspektive als Mensch mit einer Mobilitätsbehinderung verbinden und sich dafür einsetzen, dass digitale Barrierefreiheit auch in der Softwareindustrie zur Selbstverständlichkeit wird.
René Jaun
René Jaun (1981) ist Tech-Journalist beim Netzmedien-Verlag in Zürich (Netzwoche, ICTjournal) und ausgewiesener Experte für digitale Barrierefreiheit. Seine Expertise basiert unter anderem auf seiner Tätigkeit als Accessibility Consultant bei der Stiftung «Zugang für alle» sowie auf seiner eigenen Erfahrung als vollständig blinder Mensch.
Er engagiert sich seit vielen Jahren für digitale Inklusion, Selbstbestimmung und gegen Ableismus. Zudem moderiert er die Fachtagung E-Accessibility und ist in verschiedenen Organisationen aktiv.
Als Beirat möchte er dazu beitragen, dass die Vision der ADIS konkret umgesetzt wird und bestehende Lösungen zur digitalen Barrierefreiheit stärker genutzt werden.
Elisabeth Michel-Alder
Elisabeth Michel-Alder ist Sozialwissenschafterin, Unternehmensberaterin und Coach in Zürich. Als Präsidentin des Netzwerks «spurenwechseln» engagiert sie sich für neue Lebensentwürfe im demografischen Wandel und für Entwicklungsperspektiven in der zweiten Lebenshälfte.
In verschiedenen Forschungsprojekten untersuchte sie Chancen und Barrieren für ältere Erwerbstätige. Sie setzt sich für eine inklusive Gesellschaft ein, in der niemand durch technologische Entwicklungen ausgeschlossen wird.
Als Beirätin möchte sie dazu beitragen, Rahmenbedingungen zu schaffen, die allen Menschen Selbstbestimmung und Souveränität im digitalen Alltag ermöglichen.
Jan Oswald
Jan Oswald (1991) entwickelt seit über 13 Jahren Software, heute bei healthinal AG, einer Schweizer Agentur für digitale Lösungen im Gesundheitswesen, zuvor als Technical Lead der Angular Design Library bei Raiffeisen Schweiz. Er arbeitet daran, dass Software für alle Menschen nutzbar ist, unabhängig von ihren Voraussetzungen.
Er engagiert sich für digitale Inklusion, weil er in seiner täglichen Arbeit erlebt, wie oft Barrierefreiheit an fehlendem Wissen oder Zeitdruck scheitert, obwohl zugängliche Lösungen technisch längst möglich sind und allen Nutzerinnen und Nutzern zugutekommen. Er ist überzeugt, dass digitale Inklusion dort entschieden wird, wo Produkte tatsächlich gebaut werden, nämlich im Design, im Code und in jedem Detail der Benutzerführung.
Als Beirat möchte er dazu beitragen, dass gute Absichten auch gut umgesetzt werden und eingereichte Projekte mit dem geschulten Blick eines Entwicklers auf Machbarkeit und Zugänglichkeit prüfen.
Anita Schobinger
Anita Schobinger kommt aus Wichtrach, Kt. Bern, und arbeitet im Büro der römisch-katholischen Gesamtkirche Bern und Umgebung. Seit ca. 9 Jahren setzt sie sich in der Botschaftsgruppe für Grundkompetenzen ein.
Sie engagiert sich für digitale Inklusion, weil der Zugang zu digitalen Informationen und Angeboten heute eine Grundvoraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe ist. Menschen mit geringen Ressourcen, gesundheitlichen Einschränkungen oder wenig digitalen Kompetenzen dürfen nicht ausgeschlossen werden. Sie möchte dazu beitragen, dass digitale Lösungen verständlich zugänglich und fair gestaltet werden – besonders für jene, deren Stimme sonst oft überhört werden.
Sie möchte im ADIS-Beirat mitwirken, weil sie überzeugt ist, dass digitale Angebote nur dann wirksam sind, wenn sie die Bedürfnisse aller Menschen berücksichtigen. Aufgrund ihrer Lese- und Schreibschwäche weiss sie aus eigener Erfahrung, wie wichtig verständliche Sprache und zugängliche digitale Funktionen, wie Vorlese- und Diktierfunktionen sind, damit Informationen für alle nutzbar werden.
David Sommer
David Sommer stammt aus Basel und ist promovierter Informatiker. In der Wirtschaft berät er Unternehmen als Experte für Cyber-Sicherheit, künstliche Intelligenz und IT-Infrastruktur und bringt technisches Wissen mit einem Blick für die gesellschaftlichen Auswirkungen der Digitalisierung zusammen. Als Fachexperte an der Fachhochschule Nordwestschweiz, Departement Data Science, vermittelt er zudem, welche gesellschaftlichen Fragen der Einsatz von KI aufwirft.
Sein Engagement gilt seit Jahren den Bürgerrechten im digitalen Zeitalter, unter anderem im Verein Digitale Gesellschaft. Mit der Organisation von Anlässen, thematischen Festivals und Zusammenkünften schafft er Räume, in denen sich Fachwelt und Zivilgesellschaft austauschen und gemeinsam an einer offenen digitalen Zukunft arbeiten können. Er setzt sich dafür ein, dass digitale Teilhabe nicht nur ein Anspruch und Expertenthema bleibt, sondern durch konkrete technische Lösungen tatsächlich umsetzbar wird.
Im Beirat der ADIS möchte David Sommer seine Erfahrung aus Technik, Lehre und zivilgesellschaftlichem Engagement einbringen, damit die Projekte der Allianz nachhaltig Wirkung entfalten und sich eng mit den wachsenden digitalen Angeboten verzahnen.
Béatrice Vatron-Steiner
Béatrice Vatron-Steiner ist Professorin an der Hochschule für Soziale Arbeit Freiburg und verantwortet dort Lehrmodule zu Digitalisierung und administrativer Entmaterialisierung im Sozialbereich.
Vor dem Hintergrund, dass digitale Angebote zunehmend den Zugang zu Rechten und Dienstleistungen bestimmen, setzt sie sich für geeignete Rahmenbedingungen ein, um soziale Ausgrenzung zu verhindern. Ziel ist es, Risiken der Digitalisierung zu reduzieren und gleichzeitig ihre Chancen für alle zugänglich zu machen.
Als Beirätin bringt sie die Perspektive der Sozialen Arbeit ein und möchte die Zusammenarbeit verschiedener Akteure stärken, um digitale Inklusion voranzutreiben.